Europa im Schatten der Krise: mehr Insolvenzen und mehr Zahlungsverzug in Süd und Ost

     
 

Österreich steht gut da. Während die Insolvenzen vor allem in Süd- und Osteuropa ansteigen, gingen sie in Rot-Weiß-Rot um sieben Prozent zurück. Probleme macht Exportunternehmen der Zahlungsverzug in den krisengebeutelten Ländern.

Europa im Schatten der Krise: mehr Insolvenzen und mehr Zahlungsverzug in Süd und Ost
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Die prekäre Lage der Volkswirtschaften Südeuropas spiegelt sich im Insolvenzgeschehen wider. So finden sich Griechenland (plus 27,3 Prozent auf 452 Fälle), Spanien (plus 18,7 Prozent auf 5.752 Fälle), Italien (plus 16,9 Prozent auf 11.792 Fälle) und Portugal (plus 17,1 Prozent auf 6.025 Fälle) unter den Ländern mit deutlichen Zuwächsen bei den Unternehmensinsolvenzen. Der vergleichsweise guten Entwicklung in den zentraleuropäischen Ländern wie Österreich (minus 7,0 Prozent auf 6.194 Fälle) oder Deutschland (minus 5,8 Prozent auf 30.200 Fälle) ist es zu verdanken, dass die Insolvenzsituation in diesem Jahr kein dramatischeres Ausmaß angenommen hat. Das teilt die Wirtschaftsauskunftei Creditreform mit.

Einen prozentuell höheren Insolvenzrückgang als Österreich verzeichnete in Westeuropa übrigens nur Dänemark mit einem Rückgang von 15,7 Prozent auf 5.447 Fälle. Mehr als ein Drittel der Pleiten in Österreich entstammt übrigens dem Handelssektor.

Die Zahl der Firmenzusammenbrüche in Osteuropa hat um 6,1 Prozent auf 39.423 Insolvenzfälle zugenommen. Die Verschärfung der Lage im europäischen Insolvenzgeschehen hat sich auf die insolvenzbedingte Arbeitslosigkeit ausgewirkt. So ist die Zahl der drohenden Arbeitsplatzverluste im Jahr 2011 um 7,1 Prozent auf 1,5 Millionen gestiegen.

Schlechte Zahlungserfahrungen

Wie schwierig es um die Liquidität der südeuropäischen Unternehmen bestellt ist, zeigen die schlechten Zahlungserfahrungen exportorientierter deutscher Unternehmen. So musste jedes vierte Unternehmen einen Zahlungsverzug von über einen Monat hinnehmen, wenn es Waren nach Italien ausführte. Ebenso schlechte Schuldner waren spanische und portugiesische Unternehmen. 23,4 Prozent der im Exportunternehmen klagten über Kunden aus Spanien und Portugal, die das vereinbarte Zahlungsziel über 30 Tage verstreichen ließen.

Geschäftliche Beziehungen nach Osteuropa waren mit ähnlichen Problemen behaftet. Nur jeder zehnte Exporteur hatte keinen Zahlungsverzug zu beanstanden, wenn er Waren in Länder wie Rumänien und Kroatien (10,6 Prozent) oder Tschechien und Ungarn (10,7 Prozent) ausführte. Österreich hat gemeinsam mit den skandinavischen Ländern die beste Zahlungsmoral.

Quelle: Elektropraktiker

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